der Kuss des Froschkönigs

ich aale mich am Traumesgrund
der Tag wirft erstes spitzes Licht
die Sonne kriecht schon ins Gesicht
doch auf dem Mund ruht noch
sein dunkler Kuss

nicht klamm nicht kalt

nur ungewohnt
prickelnd wie herber Most
tröstend wie süßes Brot
verspielt wie Sommerwind im Mohn
kühl wie der frühe Morgentau
warm wie ein Abendrot

so ein mist

da stolpert sie 
wo hat sie ihre augen?
da stolpert sie
vor meinen augen
mitten durch die . . .
ist sie blind?
kacke mitten durch
und ich muss zuschaun
wie sie
mit der kacke
kickt
wohin guckt sie?
tickt sie noch richtig?

sie hat mich doch eben
noch ganz normal
nach dem weg gefragt
und ich hab ihr gezeigt
wo's lang geht

Foto: (c) mr

es musste so kommen ...

abgefackelt
weißglühend verzischt
im schnee verkohlt

der tatort wartet
todmüde
auf spurensicherung


           ~.~

sterntaler

schenk mir sternenstaub
glitzernden abrieb des unerreichbaren
vom himmel hoch
streu wisperndes gold
in meinen schoß


            ~.~

zwischen den Jahren

von Herzen ein Dank
an alle
die vorbeikamen
und 
hängen blieben



die Worten ein Echo gaben
und Wörtern ein Bild
die Träume ernst nahmen
die mich zum Lachen verführten
und Gedanken ins Rollen brachten

Foto: (c) Evi Neundorf