herbstgewand

herbst umhüllt mich
mit seinem pelz sanft flügelnder motten
in die ich versinke
wie in das weiche moos
am ende der tage

seidenes rotmohnhemd
schlummert schon
     ganz für sich
unberührt leuchtend
leise die sonne noch atmend

herbst umfängt mich
mit seinem umhang raschelnder blätter
in die ich mich grabe
wie in den goldenen mulch
am rand meiner tage
bleib.
nur für eine wortsekunde
einen lidschlag
lang
nimm mich mit
vertäut
in deinen augenwinkeln

Rhythmusstörung

wenn dieser rote Muskel
stockt, aus dem Takt geratend taktlos
balanciert die Welt auf höchstem Punkt
in der Schwebe
wie von Flügeln gnädig gehalten

bis hierher und nicht weiter
zeigt die Ampel
Grün

novembertag

wenn ich beschreiben müsste dann
wäre schal das wort
schal der nachgeschmack dieses tages

es ist nicht so dass keine aussicht mehr
bestünde auf einen lichtblick
die sonne hat immer eine neue
chance zu fallen durch die löcher
in der grauen wolkendecke nur

scheint sie zu zögern ... vielleicht

bringt sie sich morgen wieder
an den tag

Schwarzer Vogel Tod

Pickt das Herzstück heraus
Zartes Rot zergeht ihm auf der Zunge
Wie ein Gedicht
Mit verzückt geschlossenen Augen
Den Kopf genüßlich zurückgelegt
Lässt er Leben
Durch die Kehle rinnen

Foto: (c) Katrin Schäflein www.picturepilot.de

monochrom