Advent

. licht scheu / mischt sich ein .
so könnte ein Adventsgedicht beginnen

. wo eben noch dunkel / nun keimende hoffnung .
so könnte es weitergehen

. wo vorher schweigen / nun tastende worte .
wäre eine mögliche Fortsetzung

. himmels saum / tut sich auf .
könnte den Schluss bilden

und was dann?

. regen fällt schwer / auf die schultern
empor gereckte hände / sinken erleichtert
zurück in warme taschen / die pose war
ermüdend .

Sonne im Winter

Du glaubst es nicht, aber es ist möglich. Im Winter mitten in der Sonne sitzen ist möglich. Es ist durchaus möglich, selbst bei schlechtem Wetter, im Winter, dass plötzlich die Wolken aufreißen und die Sonne dir mitten ins Gesicht scheint. Es ist so umwerfend, dass du dich setzen musst, mitten hinein in diese strahlende Sonne. Eigentlich wolltest du etwas ganz anderes machen. Etwas Sinnvolles. Die Sonne ausnutzen für ein Wischen, Putzen, Säubern zum Beispiel, das wolltest du gerade tun. Dass später keiner sagen kann: Mensch, du sitzt den ganzen Tag zu Hause und tust nichts. Du tust einfach nichts, obwohl du Zeit satt hättest, an diesem Tag, an dem du mitten im Winter zu Hause sitzt. Aber - das ist es ja gerade. Weil du Zeit satt hast, weil sie dir ist wie ein ewiges Meer, weil sie dahin plätschert wie ein heiliger Fluss, gerade deswegen sitzt du jetzt hier an diesem Meer, an diesem Fluss in der Sonne und tust nichts. Soll sie doch zu deinen Füßen plätschern, die Zeit. Mag sie doch dein Gesicht netzen, die Sonne mitten im Winter.  Soll doch einfach alles so sein wie es eben ist, nicht anders, sondern genau so wie es eben ist. 

Sonne im Winter.
 .

grüne Nüsse -
jedem Anfang wohnt
ein Zauber inne
.
Sommer in dir

in Augenspiegeln
versonnen weiße Wolken
scheu verhangenes Lächeln
spiegelt die Sonne

manchmal begegnet man jemandem, in dessen Augen der Sommer leuchtet,
obwohl die Wolken grau und schwer vom Himmel hängen
.

perlendes Lachen -
Neapels mohnroter Mund treibt
Blüten im Raum

für Y.