vom Aufräumen und Austräumen

vom Aufräumen und Austräumen
wollte ich schreiben

schön sei's
aufgeräumt und ausgeträumt zu haben
das wollte ich schreiben

doch die Worte
fügten sich anders


nicht schön wär's
die Träume nicht mehr
um sich zu haben sie alle
seziert sie
analysiert sie wieder
zugenäht zu haben
sie zusammengefaltet und
verschnürt zu haben
mit blauen Bändern
sie platzsparend
verstaut zu haben sie
in hintersten Schubladen fast
vergessen zu haben

                                                                        f             b en         ~
nein                           ie       t  a  u          ~ ~
nicht schön wär's
                                                r
Träume sind                                          B


herzförmig

99 rote Luftballons auf grauem Wolkenstoff

eine zerrissene Liebeskette

deren Perlen in alle Richtungen davon

t     m      

au       el

     n


Botschaft kündend

?
       ?
   ?



Unruh

Die letzte fette Mücke surrt sich drinnen dumm an der Fensterscheibe. Während draußen der Wind an den Läden rüttelt. Die Mücke scheißt die Scheibe voll mit Verzweiflung. Der Wind kann nicht aufhören, kann nicht aufhören ... gibt keine Ruh. Die Mücke hängt irgendwo fest. Ihr Surren verzerrt. Der Wind steigert sich auch hinein. In was? Hat er Gefühle? Ist die Mücke dumm oder surrt sie sich nur dumm? Der wärmste Schal ist kaum warm genug. Durch die Löcher pfeift's. Pfeift der Wind, summt die fette Mücke. Den ärgsten Feind jag ich nicht mehr vors Haus heut. Auch nicht die fette Mücke. Sie darf bleiben bis der Wind, der Wind, das himmlische Kind endlich Ruh gibt.



Niklaus-Party

(c) Jeannette Frei, mit freundlicher Genehmigung

Die Lawine

unterschätze nie
das winzige Gefühl
es kann wachsen

klein wird zu groß
groß wird noch größer
aus größer wird mächtig
mächtig wird übermächtig

wer denkt dann noch daran
dass alles einmal
klein
angefangen hat