regenfahrt (zu hundertwasser)

träume ins graue
steigen lassen
regenbogen gleich

spiralen malen endlos
termitenerdenbraun
mit feurig rotem mohn
im herzen

regenprasseln dirigieren
eintönend
die hand immer am lenkrad

sich an den verwaschenen horizont
klammern
bis er bricht
Ich habe heimlich
aus deiner Schublade genascht

Ich habe mich fremdgeschämt
für mich selbst
weil ich es heimlich tat

Du hast es nicht bemerkt
Deine Vorräte gehen nie aus

verfrühter Nachruf

Gegessen
Brot mit Butter und Salz
Gewusst
die Kindheit kommt nicht mehr zurück

Gesungen
ein einfaches Wiegenlied
Geahnt
dass Hoffnung nicht immer Sinn macht

Gelesen
ein Gedicht von Erich Fried
Gewusst
nie werde ich so schreiben können

Geliebt
die an meiner Seite
Gelebt
wie es mir möglich war
Geahnt
dass der Tod ein Meister ist

.


meine sonne schenk ich
keinem
und nur
einem
schenk ich meine nacht

vogelfrei am himmel
in den zweigen
zilpgezwitscher
quirlig
a c h
der frühling
wie er sich gebärdet
dieser zauberkerl
jedes jahr
immer wieder
wundersam