unruhig irre ich umher
im labyrinth der verlorenen zeit
eine heldenhafte rose
wünsche ich mir als stütze
![]() |
| Paul Klee, Heldenhafte Rosen 1938 |
wohl bekomm's
wer weiß schon
vielleicht wird alles gut
wieder
der dezember in mir
schwieg
unter all den flatternden
worten von weihnachten und
neuem jahr
wuchs in mir
kein wort
kein tröstliches wort
für mich und andere
keine begeisterung über das
alle jahre wieder
nur verhockte stille
keinem zumutbar
außer mir selbst
dem kind
hat die mutter zöpfe geflochten
damit es keine nester gab
im langen haar
heute lasse ich zu
dass die vögel in meinem haar
nisten
„Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.“
Martin Luther
die stille der welt vor bach*
gibt es nicht mehr
du hörst autos brummen von fern ein flugzeug
vor dir stimmen und hinter dir
das schnaufen eines fahrradfahrers
wenn du glück hast
hörst du nur den wind und
deine eigenen schritte auf kies
und sobald sie anhalten
nur deinen atem
bis ein hund bellt und
die stille auflöst
die eigentlich der teppich sein sollte
für ein kostbares vogelzwitschern
dort drüben im wald
(lars gustafsson: die stille der welt vor bach, gedichte)