um ein Haar verlernten wir das Träumen
als Mutters Stöckelschuhe
uns endlich passten
als wir in Vaters Fußstapfen traten
verloren wir beinahe die Wolken
aus dem Blick
unsere Sehnsucht ging Zigaretten holen
als wir das Herz an den Einen
verschenkten
heute tragen wir Scheuklappen
weil uns die kleinste Regung zu Tode
schrecken könnte
fast
hätten wir es geschafft
wenn nur der rote Muskel
in unserer Brust endlich
Ruh gäbe
der falsche Film
im Hirn halb verdaute Brocken
aus dem Tag gerissenes
Treibgut noch nicht verankert
im Gefühlshafen
über mir die sieche Sonne
kraftlos zwischen den Häusern
hängend kaum mehr
als eine matte Tönung
mein Heimweg ein low-budget Film
verwackelt in Schwarz-Weiß
nachträglich koloriert und
miserabel vertont
aus dem Tag gerissenes
Treibgut noch nicht verankert
im Gefühlshafen
über mir die sieche Sonne
kraftlos zwischen den Häusern
hängend kaum mehr
als eine matte Tönung
mein Heimweg ein low-budget Film
verwackelt in Schwarz-Weiß
nachträglich koloriert und
miserabel vertont
Suppenküche
Du bekommst etwas, das du eigentlich gar nicht wolltest. Du hast es dir nicht gewünscht, einer hat es dir zugeteilt. Selbstherrlich. Du weißt nicht, wozu es gut sein soll. Du nimmst es hin, eher widerwillig. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Du sitzt am Katzentisch, ein Ausgehungerter, der aus einer Blechschüssel wässrige Brotsuppe schlürft und sich sicher ist, dass er davon niemals satt werden wird. Du schmeckst das schale Ungenügen, gierst nach dem Schlaraffenland.
Und plötzlich – du hast lange aufgegessen - kommt der Punkt. Du fühlst dich satt. Du bist satt, angenehm satt. Nicht übermäßig, sondern wohlig satt, wohlgesättigt. Es fällt dir wie Schuppen von den Augen. Du erkennst, dass du genau DAS gebraucht hast. Dass es gut für dich war. Dass es keine wässrige Brühe war, kein trocken Brot. Dass es dir dient, dich nährt, dich warm hält. Du erkennst seinen Nutzen, ja, vielleicht sogar seine Schönheit.
Einer hat dir Rosen in den Blechnapf geschöpft.
Manchmal geschieht es einfach.
Und plötzlich – du hast lange aufgegessen - kommt der Punkt. Du fühlst dich satt. Du bist satt, angenehm satt. Nicht übermäßig, sondern wohlig satt, wohlgesättigt. Es fällt dir wie Schuppen von den Augen. Du erkennst, dass du genau DAS gebraucht hast. Dass es gut für dich war. Dass es keine wässrige Brühe war, kein trocken Brot. Dass es dir dient, dich nährt, dich warm hält. Du erkennst seinen Nutzen, ja, vielleicht sogar seine Schönheit.
Einer hat dir Rosen in den Blechnapf geschöpft.
Manchmal geschieht es einfach.
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| Foto: Jeannette Frei |
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