Hand in Hand
mit dem Bedürfnis
Gedichte zu lesen
kommt die Lust
selbst zu schreiben

frei nach Hans Magnus Enzensberger:
Hand in Hand mit dem Bedürfnis, Gedichte zu verfassen, vergeht nämlich die Abscheu davor, sie zu lesen.

das Verschwinden der Worte

das Verschwinden der Worte
lässt mich nicht kalt

ich erinnere mich
an die Zeit als
sie nicht schnell genug
schlüpfen konnten

geflügelte Wesen
noch feucht

mir entschlüpft
dachte ich manchmal
und versuchte sie
so gut es ging
zu fassen

jetzt treibe ich sie
wie müde alte Schafe

der windige Wind

der Wind fällt ein

und ich, ja ich
lass mich schütteln
vom windigen Wind
und  versuch die  blaue Stunde
ganz leicht zu rütteln
damit sie nicht
gerinnt

wo kommt er nur her
dieser WindWindWind


andere kämpfen auch mit dem Wind
windige Füchse

mothers finest

muttertag vorbei -
die roten tulpen hängen ab
für ein nickerchen
.
mothers finest
the red tulips are taking
a power nap

was denkst du gerade?

schade dass ich
massive Brillenunlust
nicht zeichnerisch ausdrücken kann

in Worte die vor den Augen
verschwimmen
ist sie schwer zu fassen

die blaue Blume der Romantik

die blaue Blume
steht am Wegrain
[i. e. der Seitenstreifen einer
vielbefahrenen Autobahn]
und wartet auf deinen
Einsatz

du wagst es
hältst an greifst zu aber
einmal gepflückt
lässt sie den Kopf hängen

wilde Blumen soll man
nicht pflücken
[das hast du jetzt gelernt]
bleibt dir nur
sie im Poesiealbum
deiner Kindheit
zu pressen

[schad drum]

kleine Bildergeschichte

das kleine rote Landauto war endlich in der großen Stadt
es stürzte sich ins Nachtleben bis in die Früh

auf dem Heimweg kam ihm der Morgenzug entgegen
der auf dem Weg in die Stadt war

sie winkten sich zu