die voll erblühten ROSEN
schreibe ich gern GROß

sie klein zu schreiben
würde ihrer schönheit nicht gerecht


die Hand

falls ich sehr alt werde
würde ich gern ein Foto machen
von meiner emsigen rechten Hand
würde gern voll Stolz zeigen
wie sie noch den Stift halten
immer noch schreiben will
die verknotete alte Hand                       
eifrig dabei
immer noch

ich füchte
es wird dieses Foto nie geben
weil sie jetzt schon
verlernt hat zu schreiben
diese Hand in den besten Jahren
will nicht mehr
schludert nur noch
Unleserliches dahin
aufs geduldige Papier

schön


so ein tag
einfach ein tag
ohne ecken und kanten

draußen die vögel
munter schwatzend
drinnen wir
locker gesprächsfäden
knüpfend

dazwischen
gedanken die mit den
wolken ziehen
ein lüftchen das
sie verweht

und der himmel
muss nicht
blau sein

schön
so ein tag



frühlingsgedicht


was soll ich schon sagen -
ein frühlingsgedicht?

den frühling nicht besingen wollen
wär eine schande
ihn zu beschreiben versuchen
ein schwerer tathergang
den kern des jahrs verfehlend der
sich erst formt
so früh

bald ist alles da der flieder
ist schon aufgeblüht
die letzten zweige
werden ihre knospen gebären
und die roten tulpen in der wiese
sich schon demütig
neigen

die sonne wird wieder 
durst in die wurzeln brennen
und es wird zu spät sein für ein
frühlingsgedicht