sich sicher sein


im Schneetreiben
finden ohne zu suchen


winter ade

es taut. bald wird die eisgardine
schmelzen. die dächer weißgeschminkt
und mit verrutschter haut. die vögel
fragen laut.
antwort bleibt aus. der frühling baut
heimlich sein nest. grau spielt
ins blau. halt mich
ganz fest!

foto: www.picturepilot.de

die kleine orgie

wenn gar nichts mehr geht, dann geht immer noch das.

mit einer wärmflasche unter die bettdecke und die füße daran festkletten wie ein neugeborener affe.
die wärme kriecht über die fußsohlen, leckt die waden hoch, durch die kniekehlen, die oberschenkel entlang.
dann folgen das breite becken und die stillen wasser.
und dann, irgendwann, über die knochenleiter, klettert die wärme hals-über-kopf.
... und es geht wieder was.
es geht eine gelbe sonne unter deinem bauchnabel.
es geht ein kleiner hüpfer in deiner brust. [ links]
es geht ein feines lächeln über deine lippen.
es geht eine warme flut, die enge hirnwindungen freispült.
es geht ein laues lüftchen durch deine haarspitzen.
und es geht noch mehr. viel mehr.

woran du erkennst

dass du dich liebst ...


du fühlst dich angesprochen
wenn du mit dir selbst redest

du kannst dir nur schwer
einen Tag ohne dich vorstellen

du findest dich wieder
schwarz auf weiß
in den Seiten eines Buches
das dir lieb ist

du verlierst dich nur ungern
im Nebel der Gedanken

du hältst dein Gesicht in die Sonne
und fühlst, sie meint dich

du öffnest alle Poren
für deine ganz eigene Musik

du umarmst dich selbst
im Schlaf
und glaubst den Seligkeiten
die dir ins Ohr wispern

Feuersee

da ist diese frühe Ahnung von Frühling
die Sonne liegt wie ein weiches Tuch
auf dem Gemäuer der alten Kirche
der See gibt auf
seine reifweiße Oberfläche zieht schwarze Löcher
die Enten dümpeln darin
am Rand die Weiden stehen freundlich
schon den ganzen Winter wirken sie so
ein wenig nachlässig doch freundlich
hängen sie überm Wasser
wird schon wieder wird schon wieder
ist ihre Rede
ich will's gern glauben