Sehnsucht

verwischt dir die rasende Landschaft
behält das Rot des Mohns fest im Blick

siebt den groben Kies aus den Stunden
schenkt dir den feinen Film für die Nacht

lässt dich im Traum ein Nest bauen
befiehlt dir morgens Segel zu setzen

filtert den schwarzen Schrei der Herbstkrähe 
aus den ersten Tönen des anbrechenden Tags

treibt ihren Bass wummernd
unter deinen Herzschlag 
-
herbgoldner Honig in deinen Waben
sonnenverliebt


Kommentare:

Jorge D.R. hat gesagt…

Komme mir so klein vor, wenn ich dich lese.

Höre Simon & Garfunkel - The Sound of Silence - Madison Square Garden.

Dann nehme ich ein weißes Blatt Papier und schreibe Sehnsucht drauf - in Großbuchstaben.
(Na ja, es könnte ja sein, dass mir etwas einfällt)

Nach 10 Minuten ist das Blatt immer noch weiß, der Bleistift immer noch spitz.

Ich versuche mich abzuleneken mit Arvo Part - "Spiegel im Spiegel'

Noch einmal lese ich dein Gedicht,
versuche, die Landschaft zu fassen,
versuche, einen Film zu schneiden,
versuche, Segel zu setzen,
versuche, Töne zu formen,
versuche, deinen Herzschlag zu hören ...

... aber aus mir selbst kommt nichts.

Warum geht es nicht? Habe doch alles richtig gemacht!

Ach, eigentlich weiß ich es:
Weil ich ein Handwerker bin und DU die Künstlerin.

Keine Beschwerde, nur ein wenig selbstverliebtes Jammern. ***grins***

Jetzt gehe ich Sterne zählen. Die sind hier in Kanada heller als anderswo.

Eine gute Nacht.

herbst.zeitlosen hat gesagt…

Danke, Jörg. Eine kleine Anmerkung zu Sehnsucht: Als moderner Schreiberling darf man dieses Wort gar nicht aufs Papier bringen. Es ist igitt! Kann sein, dass man angegiftet wird deswegen. Das Gefühl jedoch ist zeitlos. Und ich mag das Wort und pflege das Gefühl, weil es ein starker Antriebsmotor ist. Besser jedenfalls als Rachsucht, Trinksucht, Geltungssucht ... Eine Handwerkerin bin ich auch.
Vielleicht solltest du losschreiben ohne dich mit diesem Wort in der ersten Zeile gleich festzulegen?!
Grüß mir die grandiosen Sterne in Kanada. Darum beneide ich dich

Jorge D.R. hat gesagt…

Danke, Monika.

Nora, Kerstin, Alwina hat gesagt…

Hallo und schönen Sonntag dir,

danke für deinen lieben Kommentar auf unserem Blog. Die Gedanken sind nicht nur für die nächste Woche gemeint, sie beziehen sich eher auf einzelne Situationen des Lebens und sollen ein Anreiz sein, innezuhalten darüber nachzudenken.

Ich lass dir liebe Grüße da,
die 3 vom Haferflockeensalat :)