wilder Honig

















im Klang deiner Stimme
träum ich
durch Raum und Zeit

wilder Honig
im Schatten der Bäume
sind wir
für immer jung
sind wir
Frühlingstriebe
auf morschem Holz

im Klang deiner Stimme
träum ich uns
durch Raum und Zeit

wilder honig - audio

Für M. S.
Foto: (c)  M. S.

Kommentare:

Der Emil hat gesagt…

Ich war soeben baß erstaunt beim Anhören - Du(?) sprichst dort das «für immer jung» so hart aus, so ... so ... so unpassend.

So kehrte die Aussprache meinen eigenen Eindruck vom Text (süß, weich, verträumt) ganz plötzlich um (ja, veränderte ihn zumindest) - und zeigte mir andere Interpretationsmöglichkeiten.

Das hat mich jetzt überrascht!

herbst.zeitlosen hat gesagt…

hm, Einlesen ist nicht einfach. Ich übe noch. Ist es schade, wenn die Stimme einen ersten Eindruck zerstört? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist "für immer jung"-Sein auch manchmal hart, kein Honigschlecken.

Blumenfreund hat gesagt…

Für immer jung ist Stress.

Viele Grüße
Christine

Der Emil hat gesagt…

Nein nein, ist doch gut, wenn die Perspektive mal geändert wird.

Und sicher ist dieses "für immer jung sein" anstrengend, denn der Jugendlichkeitswahn nervt doch, oder?

herbst.zeitlosen hat gesagt…

er nervt - und doch ist es schön, sich jung zu träumen, mit allen Sinnen. Es geht nicht um das jugendliche Äußere, sondern um das innere Kind, das die Welt noch mit allen Sinnen "begreift". Das ist auch mit ein Grund, warum ich schreibe. Es öffnet mir die Tür zu den Sinnen, gewissermaßen.

schreibtalk hat gesagt…

"Es geht nicht um das jugendliche Äußere, sondern um das innere Kind, das die Welt noch mit allen Sinnen "begreift"."

So empfinde ich deinen Text auch. Und das mag ich sehr sehr.

WObei ich auch sagen muss, das Hören hätte ich mir gerade in diesem Kontext sanfter, weicher vorgestellt.

Sei lieb gegrüßt,
ELsa

Juergen Kuehn hat gesagt…

Monika, die Hörversion Ihres Gedichtes hat
meinen höchsten Respekt!
Die Kunst des Vorlesens ist, wenn die Worte von
der eigenen, natürlichen Stimme leidenschaftlich
getragen werden. Sobald jedoch ein Mikrofon in Sicht ist, verliert meine Stimme an Modulation.

Die Photographie begeistert und erinnert mich an
die junge Novelle NUMBERS "Den Tod im Blick", die
keine Widerspruch zu "für immer jung" ist.
Herzlich
Juergen

Bernd Balder hat gesagt…

>>für immer jung
sind wir
Frühlingstriebe
auf morschem Holz

Das gefällt mir sehr. Und es ist spannend, nach der eigenen Lektüre, die man sich im Kopf selbst vorgelesen hat, nun die Lesart der Autorin zu hören.

LG
Bernd

Blumenfreund hat gesagt…

Also inneres jung sein ist für mich noch leicht.
Da geh ich mal Blumen pflücken auf der Wiese, oder wir gehen auf Erkundungstour durch den Wald. Hüpfen und singen. Das macht alles noch Spaß
Viele liebe Grüße
Christine